« Konjunktur gerät ins Stottern | Main | Directors”-Dealings – Deutsche Bank »
Wie deutsche Banken von der Subprime-Krise betroffen sind
By Martin | August 14, 2007
Allianz/Dresdner Bank
Die Allianz hat im zweiten Quartal eine Vorsorge von 70 Mio. Euro für Subprime-Risiken gebildet. Der Münchner Konzern hält im Subprime-Bereich verbriefte Forderungen (Asset Backed Securities, ABS) von 1,7 Mrd. Euro. Angesichts von Konzernkapitalanlagen im Volumen von 1030 Mrd. Euro sei dies “sehr, sehr niedrig”, sagte Allianz-Controlling-Vorstand Helmut Perlet. 99,5 Prozent des ABS-Subprime-Portfolios bestehe aus Papieren guter oder sehr guter Bonität (Investmentgrade). Insgesamt hält die Allianz ABS im Wert von 35 Mrd. Euro, wovon die Hälfte im Handelsbuch steht und deshalb täglich neu zu Marktpreisen bewertet wird. Mit den Preisen des gestrigen Donnerstags (2. August) angesetzt, hätten diese ABS 100 Mio. Euro an Wert verloren. Dafür hat die Allianz bislang aber noch keine Wertberichtigung gebildet.
Die Dresdner Bank hält Super-Senior-CDOs (Collaterlized Debt Obligations) über nominal 5,8 Mrd. Euro. “Das Platzen der Immobilienblase in den USA wird das System nicht destabilisieren”, sagte Dresdner-Bank-Vorstandschef Herbert Walter.
Commerzbank / Eurohypo
Die Commerzbank geht aufgrund von Subprime-Investments von einer Ergebnisbelastung von etwa 80 Mio. Euro aus. Das Institut und seine Tochter Eurohypo sind insgesamt mit 1,2 Mrd. Euro in strukturierten Produkten (RMBS und CDOs) auf private Subprime-Baukredite engagiert. Die Prognose, 2007 eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von mehr als zwölf Prozent zu schaffen, will die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank trotzdem erreichen.
Die Commerzbank ist unter anderem von der Pleite des US-Hypothekenfinanzierers HomeBanc betroffen. Die Bank habe dem US-Unternehmen Kredite in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe gewährt, sagte Commerzbank-Vorstandsmitglied Bernd Knobloch bei der Präsentation der Halbjahreszahlen der Tochter Eurohypo am Montag. Die Kredite an HomeBanc seien komplett abgesichert. “Wir gehen davon aus, dass wir unsere Kredite über die Besicherung wieder zurückbekommen werden”, sagte Knobloch. Die HomeBanc hatte Ende vergangener Woche Gläubigerschutz in den USA beantragt. Ihre Schulden beliefen sich auf 4,9 Mrd. $.
Eurohypo ist im Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen mit 850 Mio. Euro engagiert. Den daraus entstehenden Verlust von rund 40 Mio. Euro im dritten Quartal könne die Bank durch den Verkauf von Immobilien wettmachen, sagte Knobloch.
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
“Die LBBW hat keine direkten Anlagen im amerikanischen Subprime-Markt. Subprime-Anteile sind jedoch in Strukturierten Finanzierungen (ABS) enthalten. Über 93 Prozent dieser Subprime-Anteile haben ein “AAA”-Rating, weitere fünf Prozent ein ‘AA+’ bzw. ‘A+’. Keine unserer Anlagen ist von der Neueinstufung betroffen, die von den Ratingagenturen aktuell vorgenommen wurde. Aufgrund der allgemeinen Marktentwicklungen kann es jedoch zu unwesentlichen Wertkorrekturen kommen”, sagte eine Sprecherin der LBBW. Die Bank sieht keine Auswirkungen für das Geschäftsjahr 2007. Aus Finanzkreisen ist zu hören, die Landesbank sei mit einem ein- bis tief zweistelligen Milliardenbetrag in CDOs investiert.
Topics: Commerzbank, DAX, Deutsche Bank, MDAX | 1 Comment »
Trackback URL for this post: http://www.tradingpattern.de/2007/08/14/wie-deutsche-banken-von-der-subprime-krise-betroffen-sind/trackback/
One Response to “Wie deutsche Banken von der Subprime-Krise betroffen sind”
Comments
You must be logged in to post a comment.







































March 5th, 2010 at 7:57 pm
Deutsche Bank sinkt im Ansehen…
Es sind keine guten Zeiten, durch welche die Deutsche Bank da gehen muss. Die Vorwürfe aus den USA, die Bank würde Menschen gleich in Massen aus ihren Häuser klagen, weil sie ihre Hypotheken nicht bezahlen können, belasten das Vertrauen in das Geldinst…